May 2026

Die Gegenwart als Epoche fortschreitender Bewegung. So könnte man sagen und läge nicht verkehrt. Trotzdem ein Missverständnis. Statt vorrangige Bewegung im Außen von da nach dort, Bewegung im Innen. Weniger äußere Fortbewegung, mehr Innenbeweglichkeit.

Weniger ist mehr. Einfach gesagt, um einiges weniger einfach getan.

Heute wittert man in manchen Branchen hinter disruptiven Biografien das Besondere (ob vorhanden oder nicht). Zu seiner Zeit hatte man es nur zu nichts gebracht.

Wenn ich tot bin, muss ich nicht mehr verdauen.

Manchmal reicht Großmut im Umgang mit (eigenen wie fremden) Schwächen nicht hin. Dann besteht Handlungsbedarf.

Wie vieles kann ich entdecken und wie wenig davon muss ich mir zueigen machen.

Mutet man Kindern nichts zu, nimmt man ihnen die Möglichkeit zu lernen, sich im späteren Leben etwas zuzumuten.

Haltlos erscheinen mir Ansprüche, es sei denn, ich stelle sie an mich.

Gemäß allgemeiner Übereinstimmung ein leidenschaftlicher Zeitgenosse. Dem widerspricht, was er in einem Interview äusserte, dass im Wort Leidenschaft Leid stecke und er darum nicht wüsste, warum er sich Leidenschaftlichkeit antun solle.

Wohlstand ist erstrebenswert, aber im Übermaß nicht förderlich.

Ich habe nichts gegen Konfektionsgrößen, solange sie (zu) mir passen.

Wir nehmen alle das Gleiche (Dasselbe?) wahr, sind aber über das Wahrgenommene mal mehr mal weniger ungleicher Ansicht. Wir sind individuelle Wesen, sehen das Gleiche, sehen das Gleiche aber nicht gleich.

Das Leben bietet sich an. Du kannst dich ihm hingeben, du kannst dich ihm verweigern, das eine wie das andere, in lebendigem Wechsel, wie das Leben, dein Leben, es fordert. Du entscheidest.

Die Vernunft täuscht selten, aber hält mehr wie selten zum Narren. Genauer gesagt: nicht die Vernunft hält einen zum Narren, sondern man selbst in der irrigen Annahme, man könne mit ihr alle Fragen beantworten und alle Probleme lösen.

Wie macht man eine gute Partie, ohne Gefahr zu laufen, in einem Lebensunglück zu landen?

Ewigkeit als das radikal andere von Zeit, das keine Zeit hat und alle Zeit verschlingt.

Da ich mich nicht selbst geschaffen und über mein Ende nur bedingt Verfügungsgewalt habe, kann ich nicht mein Besitz sein. Wem also gehöre ich (an)?

Man sollte sich nicht zu früh zufrieden geben und mehr wie selten entschlossen dem zustreben, was einen wahrhaft zufriedenstellt.

Sein und Schein werden zu Unrecht als Antipoden aufgefasst. Was, wenn sie sich als kompatibel herausstellen?

Ich habe in etwa nicht mehr zur Verfügung als mir zuträglich und nicht weniger als mir unzuträglich ist. Ich kann von Glück sagen ...