Augenblicklich wende ich mich etwas Utopischem zu, genannt Gegenwart, etwas, das sich zwischen dem, was bereits nicht mehr ist, also vergangen, und dem, was noch nicht ist, also zukünftig, aufhält, eine Merkwürdigkeit, die so gut wie nichts bezeichnet, aber immerhin ganz und gar mir gehört (vermutlich weil sie aus nichts besteht), auch wenn ich nicht weiß, was anfangen mit ihr (wo doch nichts ist), eine Fata Morgana besonderer Verheißung.

Der unterhaltende Einfluss, den wir einem technischen Hilfsmittel zubilligen, das in eine Hand passt und mit den Fingern einer Hand zu bedienen ist, erscheint grenzenlos, der enzyklopädische, der diesem Gerät auch innewohnen kann, minimal.

Kraft des Geistes wird der Körper, kraft des Körpers der Geist diskriminiert. Von Seele keine Spur.

Liebe vermag den Geist zu wecken, nicht jeder Geist die Liebe.

Zwischendrin mal abschalten! Aber wer schaltet tatsächlich ab und was würde das nach sich ziehen?

Ein wahres Glück, was ich alles nicht (mehr) brauche und nicht brauchen möchte. Ich könnte zufrieden sein.

Auch bin ich dankbar für profunde Abwechslungen, die in der Lage sind, mich der Banalität des Alltäglichen zu entziehen, wie ich dankbar bin für das Beharrungsvermögen, das mir die Banalität des Alltags ermöglicht.

Freu' dich, wenn in deinem Leben sich etwas bildet, das du dir in der Weise, wie es sich verwirklicht, nicht vorgestellt und auch nicht angestrebt hast.

Seelenleben als Summe dessen, was Innen ist und Innen abläuft, also ein Innenleben, das von Außen über die Sinne beeinflusst (instruiert?) wird und unsichtbar (oder nur bedingt über Mimik, Gestik und Sprache wahrnehmbar) innerhalb der Person aufgehoben ist, dessen Inhalte über das personale Aufgehobensein hinausreichen, ohne mehr als die Person auszumachen, immer gepaart aus Empfindungs- und Denkvermögen (in unterschiedlichen Anteilen). Seelenleben gleich Innenleben, ein Körper ohne Körperlichkeit (oder umgekehrt?), eine vielfältig ausgedehnte Landschaft ohne Horizont, ein schier unendliches Meer an Möglichkeiten.

Zugang zum Innenleben anderer findet man nur indirekt (wenn überhaupt).

Das eigene Verhalten entfaltet sich aus einem von Außen mehr oder weniger stark beeinflussten Innen heraus. Art und Weise und Inhalt
der Beeinflussung, sowie Art und Weise personaler Verarbeitung sind von entscheidender Bedeutung.

Biografie als Summe dessen, was ein Leben lang beeindruckt.

Manchmal weiß ich nicht, was besser ist, bloße Ansichten oder bloße Einsichten. Dann muss ich mir klar machen, dass diese Frage in die Irre führt, denn weder kommt eine Ansicht ohne Einsicht noch eine Einsicht ohne Ansicht aus.

Keine Äußerungsform ohne Äußerung, keine Äußerung, ohne dass sich jemand äußert.

Form folgt nicht nur der Funktion, Form ist Vollzug.

Woran ich zweifle, steht unter Rechtfertigungsdruck, und was ich verteidigen muss, unterliegt meinem Zweifel.