Der durchaus weise Ratschlag (meines Wissens von Epikur) für ein glückliches Leben lautet in etwa so: Beruhige dein Leben, bzw. vermeide alles, was dein Leben in Unruhe versetzt. Klingt einfach, verursacht allerdings Unruhe, vor allem im Zusammenhang mit der Beruhigung eigener Verhältnisse. Deshalb lasse ich der Ruhe jetzt freien Lauf. Sie darf kommen und gehen, wie und wann sie will. Ich tue nichts für sie, aber auch nichts gegen sie. Im Grunde genommen ist sie mir egal. Vieles, das einen umgibt, kann einem ja egal sein (muss es vielleicht sogar).

Gott ist nichts (folge ich seiner Unbestimmbarkeit), insofern auch alles (folge ich seinem nichtigen Potenzial). Und was habe ich nun mit diesem zweifellos interessanten Gedanken erreicht? So gut wie nichts.

Die primäre Frage (heute) ist nicht, dass es (genügend) lesbare Inhalte gibt, sondern wie mit diesen (übergenügend) lesbaren Inhalten umzugehen ist und ob überhaupt.

Die Werbung für Produkte kultureller Prägung präsentiert sich durchschnittlich überdurchschnittlich verführerisch. Es hat den Anschein, als ob mit zunehmender Schlichtheit, ja Abgeschmacktheit, kultureller Produkte der Verführungsdrang sich überverhältnismäßig aufbläht. Mit anderen Worten: je minderwertiger gestrickt ein Kunstprodukt, desto zwingender das werbende Muss seines Konsums.

Denken ist eine Tatsache, auch wenn man es nicht sehen kann. Es existiert kraft eines denkenden Ich, das Ich ist, kraft (s?)eines Denkens.

Bewusstsein als ein Gedanke, der unweigerlich auf ein Ich hinausläuft, erst recht, wenn er auf ein Selbstbewusstsein zielt.

Dass man mich verletzen, ich mich verletzt fühlen kann, steht außer Frage. Wie ich diese Frage beantworte, ist meine Entscheidung, dass ich sie in irgendeiner Weise beantworte, eine Notwendigkeit. Im Klartext: Ich bin auf der Baustelle eigener Verletzlichkeit tätig. Habe ich einen Bereich saniert, ruft unter Umständen ein anderer nach Bearbeitung.

Gerechtigkeit als eine der schwierigsten Kategorien, die es gibt.

Damit etwas Kreatives zum Vorschein kommt, muss ich es in seinem Entstehungsprozess zugleich loslassen wie gezielt vorantreiben. Die Vorgabe lautet: zielgerichtete Absichtslosigkeit.

Ist Logik ein Phänomen des Denkens oder Denken ein Phänomen der Logik?

Der Mensch auf Erden rechnet mit dem Quadrat, der Mensch im Himmel mit dem Dreieck. Ansonsten drehen wir uns im Kreis.

Nicht allein Kunstgenuss und Kunstausübung reißen die Seele hin. Die Seele selbst - schwach in ihrem als besondere Sensibilität identifiziertem Wankelmut - ist es, die sich hinreißen lässt, hinaus in die Weite dessen, was sie im Rahmen künstlerischen Wollens innerhalb ihrer schmalen Existenz bescheiden zu beherbergen und zu pflegen hätte.

Auch die Bibel ist nicht vom Himmel gefallen. Das Wörtchen auch deutet auf Verwandtes im Geiste, das nicht unbedingt denselben Erzählreichtum aufweisen muss.

Schrecken ist die real gewordene Angst vor jeglichem, jederzeit möglichem Verlust.

Von Vorteil ist, die Verhältnisse zu beruhigen und das Gemüt zu straffen.

Die Welt ist eine Gegebenheit, in die ich hineingeboren bin. Mein Hineingeborensein markiert dabei ihre Gegebenheit.

Der Wille wird im Lauf des Lebens schwächer. Er steckt im Leben drin und geht irgendwann mit ihm unter.

Gegenwärtig bin ich der Wart des Gegen. Gegen Vergangenheit, gegen Zukunft, irgendwo dazwischen.

Sterbliches mehrt sich und geht dahin. Ins nicht (mehr) Sterbliche, Nachtodliche (Ewige?). Der Wandel des Lebens, deutlich mehr umfassend als die Zeitspanne des Daseins offeriert. Aber was genau?

Gesagtes geht über zu etwas, das gesagt wurde, bis es als etwas einst Gesagtes nach und nach verfällt (abgesehen von historischen Artefakten). Ein Raunen des Vergangenen, Schein zeitlicher Integrität (manchmal sogar ohne Schein und integer).

Heutzutage ist die Verfallszeit der Worte gering. Gerade erst ausgesprochen, schon vergessen, untergegangen im vielsagenden Geplapper vielsagenden Meinen's.

Wohl dem, der sich als freier Mensch seiner Fesseln bewusst ist.

Nachtschwer und sommergedämpft aufgewacht. Nichts als Wille, auch für diesen Tag, und die Aussicht auf ein paar Worte zur rechten Zeit, an rechter Stelle. Aussicht und Einsicht.

Selbst Teil der Natur, ist es dem Mensch unmöglich sich restlos von Natur zu emanzipieren. Warum sollte er auch? Sie stellt seine (Lebens-, Daseins-)Grundlage dar.
Im Rahmen seiner Fortentwicklung auf Erden allerdings trachtet er danach, sich über natürliche Gegebenheiten, seine naturgemäße Verankerung, hinwegzusetzen. Zu seinem Wohl, zu seinem Schaden und zum Schaden der Natur. Vieles scheint darauf hinzudeuten, dass der Schaden überwiegt, weniges, dass er sich begrenzen, so nicht vermeiden lässt.
In jedem Fall Zeit für eine handlungsverpflichtende Existenzanalyse, zuvorderst eine ganz persönliche.

Das Gute steht im Verhältnis zum Bösen, das Böse im Verhältnis zum Guten, sofern man diese Gegensätzlichkeit gelten lassen will.

Verneinung als Möglichkeit, sich dem Rechten anzunähern, aber auch Unrecht zu bewirken.

Abweichungen von der Norm sind (bereichernder!?) Teil des Lebens. Wer warum die Norm aufstellt ist eine andere Frage.

Jede Norm fußt auf einer normbestimmenden Entscheidung. Auch hier die Frage, wer entscheidet und warum.

Die Seele ist eine Mischung aus Empfindungen (Gefühlen) und Gedanken (Denkprozessen), immateriell erscheinend, über körperliche Prozesse materiell verankert (gefasst?).

Von Geist und Seele ist zu sprechen nur über Selbstdistanz. In diesem Zusammenhang bin ich paradoxerweise das, wovon ich mich distanziere, und das, wovon ich spreche.

Die Aussage, ich und mein Körper seien eins, verrät, dass ich und mein Körper auch uneins sein können.

Ich bin alles, was mich ausmacht. Das ist einerseits eine ganze Menge, zum anderen nichts Wesentliches, aber auch nichts Unwesentliches. Das kommt darauf an.