09/01/26 19:06
Ich bin Interpret (und Komponist) in eigener Sache. Ich sehe mich gezwungen, will ich mich angemessen zum Ausdruck bringen, zu üben, was bedeutet, mich schier endlos zu wiederholen (ähnlich wie beim Einüben z.B. eines Musikstücks). Das führt auf der einen Seite zu einer gewissen persönlichen Reife, andererseits leider zu einem nicht unerheblichen Frischeverlust. Irgendwann bin ich mir über, finde mich langweilig, beliebig, belanglos und was es noch für Worte gibt, um so etwas wie Überdruss zu kennzeichnen. Wie also halte ich mich (als Gegenstand fortwährender Interpretation) frisch?
Will ich meinen literarischen Geschmack weiterbilden, werde ich mich bis zu einem gewissen Grad auch mit Literatur beschäftigen müssen, die mir fremd ist. Im Spiegel dessen, was mir fern liegt, erkenne ich das mich Ansprechende, von mir Angestrebte.
Wissbegierig, ja, aber ohne besonderes Interesse an dem, was allgemein für wissenswert gehalten wird.
Ich spiele mich nie ganz aus. Mindestens ein Trumpf bleibt in der Hand.
Will ich meinen literarischen Geschmack weiterbilden, werde ich mich bis zu einem gewissen Grad auch mit Literatur beschäftigen müssen, die mir fremd ist. Im Spiegel dessen, was mir fern liegt, erkenne ich das mich Ansprechende, von mir Angestrebte.
Wissbegierig, ja, aber ohne besonderes Interesse an dem, was allgemein für wissenswert gehalten wird.
Ich spiele mich nie ganz aus. Mindestens ein Trumpf bleibt in der Hand.
08/01/26 16:51
Stillosigkeit gibt es nicht, guten oder schlechten Stil schon. Das ist eine ethische Frage mehr als eine formale.
Man kann die Ehe trefflich schmähen und trefflich über den Klee loben. Etwas weniger pointiert würde ich von Über- und Unterbewerten sprechen. Dass Ehe gelingt, ist Angelegenheit einzelner, dass sie misslingt ebenfalls.
Wer für seine Existenz einen Daseinsgrund sucht, ist ein Dummkopf, wer nicht, auch.
Sehnsuchtsorte entfalten ihren Reiz aus der Ferne. Sobald man ihnen näher kommt, verlieren sie an Anziehungskraft, bis schließlich Reizlosigkeit übrig bleibt. Man könnte auch sagen: Überall wird "nur" gelebt (und gestorben).
Man kann der EU wirklich nicht vorwerfen, übereilt zu handeln. Eher das Gegenteil ist der Fall. Sie agiert zögerlich, vielleicht zu zögerlich. Ein Zeichen der Schwäche? Ein Zeichen von Stärke (im Sinn von nichts Unüberlegtes tun)? Nicht zu vergessen, dass demokratische Abstimmungsprozesse (und um Demokratie geht es doch in der Hauptsache) nun mal Zeit brauchen.
Man kann die Ehe trefflich schmähen und trefflich über den Klee loben. Etwas weniger pointiert würde ich von Über- und Unterbewerten sprechen. Dass Ehe gelingt, ist Angelegenheit einzelner, dass sie misslingt ebenfalls.
Wer für seine Existenz einen Daseinsgrund sucht, ist ein Dummkopf, wer nicht, auch.
Sehnsuchtsorte entfalten ihren Reiz aus der Ferne. Sobald man ihnen näher kommt, verlieren sie an Anziehungskraft, bis schließlich Reizlosigkeit übrig bleibt. Man könnte auch sagen: Überall wird "nur" gelebt (und gestorben).
Man kann der EU wirklich nicht vorwerfen, übereilt zu handeln. Eher das Gegenteil ist der Fall. Sie agiert zögerlich, vielleicht zu zögerlich. Ein Zeichen der Schwäche? Ein Zeichen von Stärke (im Sinn von nichts Unüberlegtes tun)? Nicht zu vergessen, dass demokratische Abstimmungsprozesse (und um Demokratie geht es doch in der Hauptsache) nun mal Zeit brauchen.